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Spielerisch lernen
Der Verein KiZ ist seit drei Jahrzehnten eine Institution im Gallus

Integrationspreis 2003 (FR-Bild)
+ Integrationspreis 2003 (©FR-Bild)
Im Gallus ist KiZ eine bekannte Institution. Die drei Buchstaben stehen für Kinder im Zentrum - Gallus e.V. Der Verein ist vor rund drei Jahrzehnten mit dem Ziel gegründet, "Kinder ausländischer Arbeitnehmer in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen". Das Engagement des elfköpfigen Teams konzentriert sich auf Sprachförderung, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangebote. Dafür zahlen die Eltern im Monat 16 Euro pro Kind.

Seit 1998 hat KiZ seine Räume im Hinterhof der Sulzbacher Straße 16. In einem umgebauten Keller mit rund 300 Quadratmetern treffen sich montags bis freitags von 14 Uhr an Jungen und Mädchen im Alter von sieben bis 14 Jahren. Zumeist sind es Schüler, deren Eltern aus der Türkei, Marokko, Spanien oder Afghanistan stammen.

Über Mund-zu-Mund-Propaganda und Hinweise der Lehrer spricht sich unter Vätern und Mütter im Viertel die Existenz dieser Fördereinrichtung herum. An Klienten fehlt es dem KiZ-Team wahrlich nicht. Im Gegenteil: Interessierte Eltern müssen immer wieder abgewiesen und auf eine Warteliste aufgenommen werden. "Wir können leider nicht mehr als 50 Kinder betreuen und müssen daher viele Eltern vertrösten", sagt Cornelia Pfeiffer von KiZ. Die Räume und das Personal seien auf 50 Schüler ausgerichtet. Eine Ausweitung des Angebots sei aus finanziellen Gründen nicht möglich.

Um die Jungen und Mädchen kümmern sich elf Mitarbeiter. Drei von ihnen sind festangestellt und teilen sich zwei Stellen. Alle anderen sind Honorarkräfte, die eine pädagogische Ausbildung abgeschlossen haben oder noch mitten im Studium einer pädagogischen Fachrichtung sind. Hausaufgabenbetreuung und die Lernhilfe finden in festen Gruppen mit bis zu 13 angemeldeten Schülern statt, es werden aber auch einzelne Schüler gezielt unterstützt.

"Viele der Kinder sind nicht in der Lage, selbstständig Hausaufgaben zu machen", stellt Cornelia Pfeiffer fest. Im Mittelpunkt steht Lernen - im klassischen Sinne in der Weise, dass die Kinder bei den Hausaufgaben unterstützt werden. Das aber ist nur ein Teil des Angebots. Es gibt zudem Bastel-, Zeichen-, Musikkurse, Koch- sowie Computerkurse.

Begrenzte finanzielle Möglickeiten

Wenn Diplompädagogin Pfeiffer von der Arbeit im Gallus spricht, dann fällt der Begriff "Erlebnispädagogik". Den Kindern spielerisch und im anderen Kontext als in der Schule Wissen zu vermitteln und ihre Sozialkompetenz zu fördern sei die Besonderheit des Vereins, der bislang jährlich 26 000 Euro aus der Landes- und 155 000 Euro aus der Stadtkasse erhält. Ob für 2004 Kürzungen anstehen, sei noch offen. "Unsere finanziellen Möglichkeiten sind aber schon jetzt begrenzt", sagt Cornelia Pfeiffer. Und: "Wir sind immer froh, wenn wir Geld bekommen."

Insofern freue sich das KiZ-Team sehr über die Auszeichnung, aber eben auch über das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro. Die "Finanzspritze" soll entweder für eine Ferienfreizeit auf dem Lande oder für eine Film-Projekt ausgegeben werden. Denkbar sei, so die KiZ-Mitarbeiterin, dass die Jungen und Mädchen einen Film über ihren Alltag im Viertel drehen.

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Copyright Frankfurter Rundschau online 2003
Dokument erstellt am 19.11.2003 um 00:00:57 Uhr
Erscheinungsdatum 19.11.2003 | Ausgabe: S | Seite: 34


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